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Die Fercher ObstkistenBühne geht in ihre 16. Saison
On Tour
Gegründet 1992 an der Südspitze des Schwielowsees in FERCH, einem malerischen Dorf nahe Potsdam und Berlin. Mit den berühmten Landschaftsmalern Carl Schuch und Karl Hagemeister begann hier 1878 die Tradition des Havelländischen Impressionismus.
Ingrid Protze, LYRIKERIN UND SÄNGERIN, vor allem gebürtige Fercherin, und Wolfgang Protze, LIEDERMACHER, erzählen in EIGENEN, ALSO NICHT ADAPTIERTEN TEXTEN, LIEDERN, GEDICHTEN UND GESCHICHTEN (bedacht mit Stipendien durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, der Stiftung Kulturfonds der neuen Bundesländer, EHM-WELK PREIS FÜR LYRIK 1992) über märkische Urgesteine mit einer kräftigen Dosis Humor und Romantik. Wolfgang Protze hat die klingende Obstfabel erfunden. Dazu spielen sie mit den Musikern Winfried Rogel auf den KEYBOARDS und Gerald Bassing an den SAXOPHONEN FOLKLORISTISCH-KLASSISCH-JAZZIGBALLADESKE MUSIK.
Seit 1996 war das märkische Holzpantinen Musik Theater im Grünen Originalschauplatz für Fernsehsendungen wie: „DAS SONNTAGSKONZERT" im ZDF, „KEIN SCHÖNER LAND" in der ARD, „TICKET" im SFB oder Heimatjournal und „QUERSTRASSE", Magazine im ORB oder für den „MUSIKALISCHEN FRÜHSCHOPPEN" auf Antenne Brandenburg, ORB. Die Bühne war zu Gast im Europapark Rust in der Fernsehsendung „IMMER WIEDER SONNTAGS" mit Max Schautzer in der ARD und als künstlerische Vertreter Brandenburgs in der von der ARD live übertragenen Eröffnungsveranstaltung der Bundesgartenschau mit Günther Jauch aus der Landeshauptstadt. Die Fercher ObstkistenBühne startet nach der Freilichtsaison ihre Tourneen nach Brandenburg, in andere Bundesländer und auch ins Ausland. Die Bühne vertritt nicht nur das Amt Schwielowsee oder den Landkreis Potsdam Mittelmark, sondern das Land Brandenburg in der Bundesrepublik. Sie war Kulturbotschafter im Ausland, so bei der Eröffnung des Brüsseler Verbindungsbüros, im Rahmen der Landesvertretung beim Sommerfest 1993 im Poppelsdorfer Schloß in Bonn, beim „Brandenburg Tag", auf der „Grünen Woche" oder der ITB in Berlin, auf Touristikmessen in Hamburg und München. Das Kleinkunsttheater gastierte in den letzten Jahren mehrfach sehr erfolgreich in verschiedenen europäischen Ländern (Italien, Irland, Schottland, Polen, Belgien), weil die Künstler über hervorragende englische Nachdichtungen ihrer selbst geschriebenen, aktuellen und zeitgenössischen Texte verfügen. Ende März 2001 nahm das Ensemble an einer Theaterinszenierung der University of Galway, Irland, teil. Von April bis Oktober 2001 spielte die Fercher ObstkistenBühne wöchentlich auf der Bundesgartenschau in Potsdam. Im Mai 2002 konnte die Bühne die Besiegelung der Städtepartnerschaft zwischen Luzern und Potsdam unter der Schirmherrschaft des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Potsdam und jetzigen Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, künstlerisch begleiten. 2004 repräsentierten die Künstler das Land Brandenburg musikalisch zum Tag der deutschen Einheit im Auftrag der Staatskanzlei und 2005 führten sie in Begleitung von Oberbürgermeister Jan Jacobs als künstlerische Vertreter Potsdams mit der Fercher ObstkistenBühne ein Gastprogramm auf der BUGA in München auf.
Fercher ObstkistenBühne
von Nele Sophia Protze, Ferch, 20.2.2003
Zum Baumblütenkonzert Ende April öffnet die "skurrilste Bühne des Landes Brandenburg" (Zitty 96) ihre Pforten in die jährliche Freilichtsaison. Seit 1992 hat sich die Fercher ObstkistenBühne zu einem - nicht nur national anerkannten - Holzpantinen Musik Theater im Grünen etabliert. Überdacht von der über 100jährigen Linde, deren grüne Herzen nach dem Winterschlaf verträumt herabhängen. Doch es begann alles mit einem Streichholzschachtelmodell zum Aufklappen, das Wolfgang und Ingrid Protze Anfang der 90er zusammenbastelten und letztendlich zum Traum beider werden sollte: Mühevoll erkämpft und mit viel Unterstützung - einer Anschubsfinanzierung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur aufgebaut - und von den Verantwortlichen im Landkreis und in den Kommunen sowie von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, Sponsoren und Freunden kontinuierlich gefördert und liebevoll unterstützt, von den Künstlern mit viel Liebe geschaffen. In der Saison, die bis zum Fahrradsonntag im September andauert, finden auf dem gemütlichen Hof in Ferch monatlich Abend- und Familienkonzerte, nach Wunsch auch Kinderkonzerte, statt. Für jeden, Kinder, Senioren und Erwachsene, ist etwas dabei. Ingrid Protze, Lyrikerin und Sängerin (Ehm Welk-Literaturpreis für Lyrik 1992) und Wolfgang Protze, Liedermacher (beide bedacht mit Stipendien durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, der Stiftung Kulturfonds der neuen Bundesländer) und ihre Begleiter Winfried Rogel, Keyboards, sowie Gerald Bassing, Saxophone, streifen mit ihren eigenen, handgemachten musikalischen und literarischen Produkten, in Abhängigkeit von den Jahreszeiten durch die "Campagnen", wie Fontane sie einst in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg beschrieb. Karl Hagemeister, der "künstlerische Fontane", hat die wunderschöne Landschaft am Schwielowsee seinerzeit schon ins Bild gesetzt.
Ziel der Musiker und Sänger ist es, ihre Zuschauer für ein paar Stunden mit der Natur eins werden zu lassen und in andere Lebenswelten einzutauchen. So wird in der Bühne dem Lebensrhythmus der hier früher ansässigen Obstbauern nachgespürt, das Wetter inbegriffen. Sei es mit Satire, Lyrik, Prosa, Kabarett oder dem bloßen Erschmecken von Johannis-/Him-/Brom- und Stachelbeeren bei den Kinderkonzerten. Mit der Anzahl der Lindenblätter an den Zweigen wuchsen auch die Programme der ObstkistenBühne. Die Blattfarben veränderten sich im Laufe der Zeiten - zahlreich und vielfältig wie die Gäste, die von nah und fern zu Besuch kommen. Ob aus Leipzig, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Brüssel, St. Petersburg und Mogilev, Texas oder Kalifornien - eines steht fest: wenn im Hof Kirsch- und Pflaumenbaum in weißem Schnee sind und das rosa-goldene Schimmern des Sonnenuntergangs sich über die Bühne legt, kommt die einzigartige Freilichtstimmung erst richtig zur Geltung.
Mit Programmen wie "Raus ins Grüne", "New York - Old Ferch", "Was Fontane nicht erlaufen ...", "Ahoi Piraten" oder "Willkommen im Speckgürtel von Berlin" sowie "Vogelscheuchenball" und "Seifenblasenlieder" fügte insbesondere Wolfgang Protze jedes Jahr neue musikalische und textliche Geschmacksnuancen ein - mit intensivem Blick auf Land und Leute. Insbesondere werden alte Erinnerungen aus "Großvaters Scheune" besungen und Menschen, die über Generationen hier in der Märkischen (Sand-) Landschaft lebten, beschrieben. Ähnlich der Suche alter Forscher nach alten Obstbaumsorten buddelt Ingrid Protze nach historischem Material, schuf Gedichte, Sprüche und Geschichten. Beide sind sich der künstlerischen Vorfahren, die Ferch bereits vor 150 Jahren als Künstlerkolonie zu prägen begannen, bewusst, zumal Ingrid Protze in einer Fercher Obstzüchterfamilie aufwuchs. Theodor Fontane, der einst über den Schwielowsee segelte, ist zum wichtigsten Begleiter in den Programmen geworden. Diese werden wiederum von dem harmonisch-märkischen Holzpantinengeklapper des Publikums begleitet. Jeder Besucher erhält am Einlass ein paar Pantinen der alten Obstmucker - neu hergestellt von dem letzten Pantinenmacher in Treuenbrietzen. Das Publikum spielt "Schlagzeug" und benutzt echt märkische Percussionsinstrumente. Zu den Programmrubriken "Frischgepresstes", "Immergrünes" und "Fallobst" werden Gersten- und Obstsäfte, sowie Wasser, Werderaner Wein und Käse-/Wurst- oder "Schmalzstullen" gereicht.
Wenn die Künstler nicht in Ferch spielen, dann gehen sie entweder auf Tournee oder ziehen sich für Außenstehende in winterschlafähnlichen Zustand zurück, schotten sich schon ein wenig ab, um für das Dichten und Komponieren dringend notwendige Zeit und Muße zu finden. Mit "eMail to Ireland", inklusive hervorragend englisch nachgedichteter Texte, (einige erschienen auch in polnischer, italienischer oder russischer Sprache) ging es nach Galway oder Cork, wo die märkische Art des Schifferklavierspielens bei den Iren, die sonst mit den Fingern darüber hinweg fliegen, besonders gut ankam. Auch in Italien, in Schottland, Polen, Belgien, Schweiz u.a. begeisterten sie ihr Publikum.
Weit sind sie herumgekommen, viel hat sich aus der anfänglichen "Streichholzschachtel" entwickelt. Sogar Stargäste wie Günther Fischer und Norbert Leisegang von "Keimzeit" bereicherten anfangs das Freilichtspektakel. Nach und nach wurde aber "Herr Purzke" mit der "Südfrucht mit B" zum Kult. Mehr Platz musste her. Eine "Loge" mit Baumstammgeländer kam hinzu, mehr Holzstühle und Festzeltgarnituren wurden gebraucht. Angesagt von Helmut Henneberg, Tatjana Jury, Günther Wewel, Max Schautzer und Günther Jauch, repräsentiert die ObstkistenBühne auch in den Medien das Land Brandenburg und die malerische Landschaft um Ferch am Schwielowsee auf spezifische Weise. Als ein Höhepunkt kann die Teilnahme der Fercher ObstkistenBühne an der Eröffnungsveranstaltung der Bundesgartenschau 2001 in Potsdam gesehen werden, die in der ARD live übertragen worden ist. Aber die Bühne hat sich nicht nur herumgesprochen, auch dank der stets begleitenden Presse in Brandenburg, sondern auch herumgehört - z. B. mit Hilfe der Rundfunksender. Mittlerweile sind die musikalischen Früchte in Form von 3 CDs herangereift. Eine ist ein Kinderhörspiel und heißt "Vogelscheuchenball" und die anderen sind Live-Produktionen "Ferch, Ferch, Ferch" und "Johannisbeerjahresabschlussballgeflüster" mit den schönsten Liedern und Gedichten. Außerdem ist das Buch "Schwielowsee-Tagebuch(t)" beim eigenen Pantineverlag erschienen.
Auch künftig erwartet das Publikum, welches eigentlich die "Hauptschuld" am Erfolg trägt, wieder ein abwechslungsreiches Programm unter freiem Himmel. Wie jedes Jahr. Man mag kaum glauben, was aus einem Streichholzschachtelmodell, einem uralten Holzschuppen, alles werden kann.
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